Sonntag, 22. Mai 2016

Elbtaldüne Klein Schmölen

Europas größte Binnen-Wanderdüne




Es gibt Orte in Mecklenburg die man gesehen haben muss. 
Dazu gehört ganz sicher auch die Binnen-Wanderdüne in Klein Schmölen. Ein kleiner Ort in der Nähe von Dömitz.


            

Bei der Düne handelt es sich um ein Naturschutzgebiet, so dass das Betreten der Düne selbst nicht zu empfehlen ist. Ein Wanderweg von a (Klein Schmölen) nach b (Parkplatz Schmölener Brack) oder umgekehrt und ein Lehrpfad durch die Düne sind Möglichkeiten das Naturschauspiel zu erkunden.

Dünenpanorama

Die Düne selbst ist ca. 2 km lang, ca. 600 m breit und erhebt sich an ihrem höchsten Punkt 42 m über NN (Normal Null). Teile der Düne wandern noch immer.

Das abschmelzende Eis der letzten Eiszeit bildete hier eine Endmoräne. Die abfließenden Wassermassen wuschen den Lehm aus dem Boden und es bleib nur der helle Sandboden übrig.


Durch spezifische Winde kam es zum Aufwerfen der Düne mit den hohen Dünenzügen und den flachen Flugsandfeldern. Heute ist die Düne teilweise aufgeforstet oder von Moosen, Flechten oder anspruchslosen Gräsern bedeckt.
In den vegetationsfreien Bereichen verlagert noch heute der Wind den Sand. 




Solitärgehölz


Schmölener Bracke

Vegetation





Donnerstag, 19. Mai 2016

Grambower Moor

...das Moor im Wandel der Jahreszeiten


Das Grambower Moor, ein Kleinod für Naturliebhaber, in der Nähe von Schwerin.
Obwohl ich in der Nähe aufgewachsen bin und in unmittelbarer Nachbarschaft des Moores wohne, war mir der Name zwar geläufig aber weiters war mir nicht bekannt.



Es brauchte erst meinen Fototick und die damit in Verbindung stehende Suche nach neuen Herausforderungen um mich etwas intensiver mit diesem Fleckchen Erde zu befassen.


Das Grambower Moor ist ein sogenanntes Niedermoor. Dazu ein kleiner geschichtlicher Abstecher - nach der Eiszeit bis vor ca. 9000 Jahren war  das Grambower Moor ein See. Während einer Wärmephase verlandete der See, im Laufe der Zeit stiegen die Verlandungsflächen über den Grundwasserspiegel und übrig blieben die beiden Moorseen.
Jetzt benannt in Großer und Kleiner Moorsee.


Zugang zum Großen Moorsee
Eingang ins Moor | Grambower Seite 
Weiteres darüber sollte man googlen. 
Es ist interessant, was dabei so alles ans Tageslicht kommt.







Als Hinterlassenschaften der früheren Bewirtschaftung des Moores und ein Relikt aus der guten alten DDR Zeit (und das meine ich nicht politisch!) werden die beiden Moorseen durch die Maschinenkuhlen ergänzt.
Somit besteht das Moor aus  den drei wesentlichen Abschnitte, die in ein ausgedehntes Waldgebiet, welches von Feldern umschlossen und von Wegen (gut und weniger gut zugänglich) durchzogen ist, eingebettet sind.

Den Großen Moorsee erreicht man von Grambow aus. Dort den Moorweg folgend immer in Richtung der Stallanlagen. An diesen besteht dann auch die Möglichkeit zu parken. Eine der beiden Alleen führt ins Moor. Hier handelt es sich um einen Rundweg, der mit einer "grünen Strichmarkierung" gekennzeichnet ist, deshalb ist es egal, welcher der beiden Wege ins Moor genutzt wird.

Großer Moorsee | im Mai
Der Kleine Moorsee ist von Groß Rogahn aus zu erreichen. Auch hier den Moorweg folgend immer in Richtung Wald den Hohlweg entlang. Vor dem Graben kann das Auto irgendwo abgestellt werden aber ACHTUNG!!, sollte es nass sein, wird der Untergrund ziemlich matschig. Wer sich unsicher ist, 
sollte am Dorfausgang das Auto abstellen und den Moorweg zu Fuß bis zum Wald gehen. Am Waldanfang führt nur ein Weg ins Moor. Diesen folgen und nach ca. 400 m zweigt links ein Weg ab. Dieser ist nicht zu übersehen, weil dort ein markanter Laubbaum steht, der nicht zu übersehen ist. Nach weiteren 300 m schimmert der Kleine Moorsee durch. Einen Weg ans Ufer gibt es nicht. Der Schwimmboden ist ziemlich wacklig und sollte deshalb nicht genutzt werden.

Kleiner Moorsee | im März
Die Maschinenkuhlen sind ein Rückzugs-und Brutgebiet für Kraniche. Der Weg dorthin wird deshalb nicht verraten!

Maschinenkuhle | im Mai


Frühling im Moor


Die Natur ist erwacht!
...was heißen soll, dass das wichtigste Utensil bei einem Gang ins Moor das Mückenspray ist. Es ist schon bemerkenswert, wie sich die Laute bei Annäherung an den Waldrand verändern. Die Stille ist plötzlich durch ein lautes, dauerhaften Summen unterbrochen. Viele dieser Plagegeister fallen über einen her und belagern alles nichtbedeckte am Körper.
ALSO - MÜCKENSCHUTZ!!!

...wenn man Glück hat, so ist es mir gestern beim Besuch der Maschinenkuhle passiert, trifft man auf unerschrockene Rehe - wir standen uns in einem Abstand von nur 20 m gegenüber, beäugten uns und das Reh hat sich dann für die Flucht entschieden.

Die ins Moor führenden Gleise sind von Gras und anderen Unkräutern bedeckt, die Gleise sind an einigen Stellen nur noch schwer zu erkennen.

Der Moorwald fängt an grün zu werden, die Nadelbäume, es sind vorwiegend Kiefern, tanzen im Wind und die Laubbäume, hier insbesondere Moorbirken, Eichen und Erlen bilden die ersten Blätter.
Neben dem lauten Summen der Mücken ist ab und an der Ruf der Kraniche zu hören. Es ist aber nicht auszumachen ob sie sich gerade am Großen Moorsee oder an den Maschinenkuhlen befinden.
Wer die Plätze nicht kennt wird kein Glück haben den Kranich in seinem Brutrevier zu erleben.



Die Maschinenkuhle ist fast wasserlos, die Trockenheit der letzten Tage ist deutlich sichtbar. Wasservögel o.ä. sind nicht sichtbar.

   

Die Ränder der ehemaligen Torfstiche sind mit Blaubeerbüschen bedeckt, Libellen sausen durch die Luft und hin und wieder sucht ein Moorfrosch Schutz und versteckt sich an der Fototasche.

..ein junger Moorfrosch


...fotografiert am kleinen Moorsee. Mein Ziel waren eigentlich Libellen, die aber mangels Sonne sich nicht zeigten. Da kam diese Abwechslung gerade recht.








Moorwanderung mit Walter Thiele!

....ein Kenner des Grambower Moores und Mitglied im Förderverein Grambower Moor e.V..
Mit Walter im Moor bedeutet - lange, unbekannte Wege, kurze Geschichten und so manchen Seitenhieb auf die politische Situation bezogen auf das Grambower Moor.
Der Tag war grau, Hochnebel lag über dem bereits verblühten Raps und es nieselte leicht. Von der Wanderung durch`s Moor habe ich in der regionalen Presse erfahren, 11 Weitere vermutlich auch. So waren wir an diesem Abend eine überschaubare Gruppe von 12 Personen. Los ging`s.





Walter Thiel vorneweg, rein ins Moor (..die Mücken warteten schon!) und den Großherzog-Damm entlang immer geradeaus. Irgendwann trifft man auf eine Schranke, der Weg geht eigentlich nach links in Richtung Großen Moorsee aber für uns immer weiter geradeaus. Durch hohes Gras, zertrampelt von den Jägern, und wilden Gebüschen sind wir zu den letzten Torfstichen gelaufen und irgendwann hat Walter Thiel den Weg verlassen. Immer quer durch das Moor vorbei an mit Wasser gefüllten Moorstichen, die bewachsen waren mit Sumpfcallas. Dazwischen vereinzelte Rohrkolben, die darauf hindeuten, dass hier  ein organischer Eintrag erfolgte und Nährstoffe vorhanden waren. Normalerweise hat das Moor einen pH-Wert von 4,5, viel zu sauer für Fische oder andere Vegetationen. Die Rohrkolben sind ein Hinweis darauf, dass hier die Kraniche brüten - Walter Thiel hatte ein Geheimnis verraten. Versteckt im dichten Moorwald lagen die Reste der alten Moorbahn, Gleise, das Untergestell einer Lore, etc..

Zivilmüll - nach der Wende wurde das Moor nicht mehr kommerziell genutzt, das Gelände wurde fluchtartig verlassen und alles bleib liegen. Die Natur erobert sich jetzt Stück für Stück das Besagte zurück.






Noch rechtzeitig vor dem Eintreten der Dämmerung war dann Schluss.
Für mich ein Erlebnis, was mir Wege im Moor zeigte, die ich noch nicht kannte und sicherlich noch einmal allein begehen werde.