Samstag, 1. Oktober 2016

Stintenburg


Ist es nicht oft so - das Nahe kennt man nicht!?

Keine 30 Autominuten von meinem Wohnort entfernt liegt der Schaalsee, mir als Hagenower Jung bestens bekannt obgleich eher vom Namen aber weniger vom Ansehen.
Dies verwundert nicht, denn diese Region in meinem ehemaligen Heimatkreis war für mich viele Jahre nicht zugänglich. Ein Schlagbaum machte den Besuch von Zarrentin und Umgebung nur mit einem Passierschein möglich. Heute im Zeitalter der "freien Fahrt für freie Bürger" zieht es einen eher in die Ferne als in die nähere Umgebung.
Bei mir ist es ein wenig anders, ich bin beruflich viel unterwegs und so komme ich an so manchen Ort, der entdeckt werden will. Auch in meiner alten Heimat, heute war es die Insel Stintenburg.


Die Insel liegt im östlichen Schaalsee zwischen Techin und Lassahn, quasi auf der anderen Seite von Zarrentin. Die Insel ist klein, hat gerade mal eine Länge von ca. 400 Metern und eine maximale Breite von ca. 190 Metern.
Die Geschichte der Insel ist aber nennenswert.


Historisch gehörte Stintenburg immer zum  Herzogtum Sachsen-Lauenburg und erst seit 1945 ist sie mecklenburgisches Gebiet und gehört zur Stadt Zarrentin. 

Die Stintenburg befand sich im 13. Jahrhundert im Besitz der Grafen von Schwerin. In der Mitte des
17. Jahrhunderts wechselte der Besitz an die Herzogin Margarethe von Lauenburg. Mit der Stintenburg wird der mecklenburgische Uradel deren von Bernstorff in Verbindung gebracht. 1740 gelangte die Stintenburg in deren Besitz und der letzte Besitzer war Albrecht Graf von Bernstorff, der noch 1945 von den Nazis umgebracht wurde.

Der Dichter Friedrich Gottlieb Klopstock schreib auf der Stintenburg die Ode Stintenburg. Ihm zu Ehren wurde eine Eiche gepflanz, so ca. 1770. Diese Eiche ist heute noch als Klopstock Eiche zu bestaunen.




Vom Parkplatz gelangt man durch eine mit alten Linden bewachsene Allee auf die Stintenburg. Unmittelbar hinter der Brücke, die die Verbindung zum Festland herstellt, befindet sich links das Brückenhaus, heute an Restaurant mit gehobener Küche. Wer`s einfacher mag, auf dem Hof befindet sich ein Fischimbiss.


Auffallend auf der Insel sind der alte Baumbestand, das glasklare Wasser des Schaalsees mit dem dichten Schilfgürtel und die Streuobstwiesen.




Der alte Kolonnenweg ist ein Relikt der jüngsten Geschichte. Die 
Stintenburg war viele Jahre Grenzgebiet - Zutritt verboten, Nicht für alle!  Zu DDR Zeiten wurde das ehemalige Herrenhaus  wegen seiner Grenznähe  als ein Objekt der Hauptabteilung I des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS)  zur Ausbildung einer geheimen Elitetruppe für die Grenztruppen der DDR  genutzt. Noch heute zeichnet sich der Charme dieser Zeit am Gebäude ab.

© kbath 2016

Freitag, 26. August 2016

Nebel über den Sandsteinen

Spätsommer im Elbsandsteingebirge


Schon oft gehört und viel gesehen, bisher aber nur im TV oder auf einer DVD, der legendäre Nebel im Spätsommer übern den Sandsteingipfeln der Sächsischen Schweiz. 


Die Wetterprognose  für den 24.08.2016 war gut, ein sehr heißer Sommertag wurde voraus gesagt, der vorangegangene Tag war etwas kühler und die Nacht war sternenklar. 
Für mich hieß es deshalb - Wecker stellen auf 04.00 Uhr und ab in die Sächsische Schweiz, denn der Sonnenaufgang war nach meiner FotoApp 06.08 Uhr.


Ich war früher dran, was wohl daran gelegen hat, dass ich vor solchen Fotoaktionen immer etwas ungeduldig bin und es kaum erwarten kann. So meine Abfahrt aus dem noch im Tiefschlaf liegenden Pirna so, dass ich gegen 04.00 Uhr bereits vor Ort war. Schon auf dem Weg erschwerte der Nebel in den leuchtenden Strassenlaternen die Sicht, es war sozusagen angerichtet.

Zu dieser Stunde hatte ich die Bastei noch für mich, nur die Greifvögel in den Bäumen machten sich bemerkbar. Ich checkte die Lage, leider war die Aussichtsplattform des Basteifelsens gesperrt (soll daran liegen, dass der Sandstein so langsam sanierungsbedürftig ist) und nach guter alter deutscher Manier war tatsächlich ein Bauzaun aufgestellt und entsprechend verschlossen - kein Durchkommen. Der Nebel war auch so stark, dass ich zunächst nichts erkennen konnte. Einen anderen Aussichtspunkt hatte ich aber im Hinterkopf (vom Restaurant zur Basteibrücke gehend führt links vor der Brücke ein Weg zu einer weiteren Aussicht).

Kurz nach 05.00 Uhr ging die blaue Stunde zu Ende und die goldene Stunde machte sich mit einem rötlichen Streifen am Horizont bemerkbar. Es war Zeit für mich und die oben beschriebene Aussicht war die richtige Wahl. Immer noch war ich allein und vor mir die Sandsteinfelsen der Basteiregion , die Basteibrücke selbst und etwas weiter entfernt der Lilienstein im Nebel - Wahnsinn!!!!


Kaum hatte  ich mein Stativ positioniert kam ein tschechischer "Kollege" und ich war nicht mehr allein.
Zum Sonnenaufgang selbst waren ca. 10-15 Gleichgesinnte auf der kleinen Aussicht und es klickten die Verschlüsse, jeder war irgendwie mit sich beschäftigt und von diesem Naturschauspiel fasziniert. Das Zeitfenster war auch knapp, denn der Nebel wurde stärker und "unsere" Motive nicht mehr sichtbar.



Nun kam die Tugend der Fotografen - das Abwarten - ins Spiel! ....und tatsächlich, mit der weiter aufsteigenden Sonne wurde die Sicht besser, der Nebel blieb und tauchte die Felsen in ein magisches Licht.


Als der glühende Sonnenball in seinem vollen Umfang den Horizont überschritten hatte war dann Schluss.  Ein sehr gelungener Tagesanfang!! 



© www.tauchen-bath.de



Freitag, 5. August 2016

Schloßpark Ludwigslust

Es gibt so Sprüche, die die Welt nicht braucht.
Ein solcher lautet "Die Fotos macht nicht die Kamera sondern der Fotograf."
...und? Es stimmt!
Auf meinem Instagram Account habe ich in der Regel Fotos veröffentlicht, die ich mit meinem Handy mache, quasi fast ohne Vorbereitung aus der Hüfte heraus. Dabei können doch beeindruckende Momente eingefangen werden, denn das iPhone ist ja immer dabei und deshalb schnell zur Hand. Lightroom mobil auf dem Handy hilft dann, dass Rohmaterial etwas aufzuwerten. So ist schnell mal eine kleine Fotoserie erstellt, die gerade danach schreit veröffentlicht zu werden.
Hier scheint mir der richtige Platz dafür zu sein!

Schloßpark mit Schloß in Ludwigslust

In Ludwigslust, auch Lulu genannt, kann das Auto noch fast überall abgestellt werden. Die Wege sind kurz, sofern der Weg in Richtung "Zentrum" führt ist der historische Komplex mit dem Schloss, der Stadtkirche und dem Landschaftsgarten nicht zu übersehen. So eine erste Runde (zum Aufwärmen) dauert je nach Kondition ca. 1 Stunde.

Stadtkirche 
Meine Runde beginnt an der Stadtkirche.
Es ist ein eigenwilliger Bau, den man in dieser mecklenburgischen Landschaft nicht vermutet. Eine tempelartige Fassade erhebt sich am Ende der Hauptachse mit Blickpunkt vom Schloß. Wenn man Glück und Geduld hat, wird man Turmfalken kreisen oder einfach 
nur faul sitzen sehen.


Der Weg führt weiter an den kleinen Fachwerkhäusern vorbei in Richtung Residenzschloß. Nachdem die Bundesstraße B 321 überquert wurde erhebt sich ein kleiner Hain aus dem eintönigen Sand der griesen Gegend. Hier hat man am Ende des letzten Krieges 1945 einige der Toten, die im nahe gelegenen KZ Wöbbelin umgekommen sind, begraben.

Dem Spaziergänger wird nun auffallen, dass sich auf dem Platz "Am Bassin" nur noch die Reste der schönen Linden befinden. Hier hat man erst kürzlich den Baumbestand gerodet. Die Stadtväter wollen mi einem geförderten Projekt die Ursprünglichkeit des Platzes wieder herstellen. 

Residenzschloß
Vor einem kleinen Teich stehend erstrahlt das Residenzschloß, wenn man Glück hat in Fotografierwolken gehüllt. Das herzogliche Haus zu Mecklenburg ließ dieses Schloß von 1772-1779 erbauen. Hier auch wieder eigentümlich das verbaute Material, es handelt sich um Sandstein aus Pirna.

Der Weg weiter führt links oder rechts an der großen Kaskade vorbei, erbaut 1780 im Auftrag Herzog Friedrichs. 
In der Mitte der Kaskade, und damit die Hauptachse betonend, kauern neben dem mecklenburgischen Wappen zwei überlebensgroße Figuren, die die Flüsse Stör und Rögnitz, die durch den Kanal miteinander verbunden sind, darstellen sollen.


 

An der alten Wache vorbei geht es entlang der Schloßfreiheit in den Park. Die Gebäude links des Weges gehören zum ehemaligen Marschstall. Nach dem Abdanken der herzoglichen Familie wurden diese Gebäude "umfunktioniert". Heute genutzt vom Landesarchiv bzw. das hintere Gebäude ist immer noch ein Zeugnis der vergangenen sozialistischen Gesellschaft. 

Parklandschaft
Der Landschaftspark selbst kann ganz individuell erkundet werden. Es gibt viel zu entdecken. Verlaufen kann man sich auch bei der Größe von einigen Hektar Fläche nicht, irgendwie führen alle Wege auf die Hofdamenallee.
Von dort dann wieder zum Schloss und zum jeweiligen Ausgangspunkt der kleine Entdeckungstour.
Allen viel Spaß auf Ihrer eigenen kleinen Erlebnisrunde durch eine landschaftlich schöne Idylle.
Teichlandschaft

© karsten bath | www.tauchen-bath.de
   



Sonntag, 5. Juni 2016

Schlösser, Herrenhäuser &. Kirchen

Was blieb  übrig vom mecklenburgischen Adel?


Was noch da ist sollte festgehalten werden! Durch meine Arbeit komme ich rum und sehe schon sanierte aber leider auch noch dem Verfall ausgesetzte Zeugnisse der längst vergangenen Zeit.

Bilder sprechen meistens Bände, so soll es auch bleiben. 
Frei nach dem Motto - das Auge isst mit, soll meine kleine Reise durch meine "adlige" Mecklenburger Heimat verstanden werden.


Hohen Luckow


In der Nähe von Bad Doberan steht ein Zeugnis des späten Barocks - das Schloß Hohen Luckow.
Inmitten einer weitläufigen Gutsanlage liegt diesen Kleinod in einem öffentlich zugänglichen Landschaftspark.
Gebaut wurde das Schloß im Jahr 1707 im Auftrag der Adelsfamilie von Bassewitz.




Schwerin


Das wohl schönste Schloß des Landes befindet sich in Schwerin. es wird davon gesprochen, dass 365 Türme, Spitzen oder Spitzchen am Schloß gezählt werden  können.













Sonntag, 22. Mai 2016

Elbtaldüne Klein Schmölen

Europas größte Binnen-Wanderdüne




Es gibt Orte in Mecklenburg die man gesehen haben muss. 
Dazu gehört ganz sicher auch die Binnen-Wanderdüne in Klein Schmölen. Ein kleiner Ort in der Nähe von Dömitz.


            

Bei der Düne handelt es sich um ein Naturschutzgebiet, so dass das Betreten der Düne selbst nicht zu empfehlen ist. Ein Wanderweg von a (Klein Schmölen) nach b (Parkplatz Schmölener Brack) oder umgekehrt und ein Lehrpfad durch die Düne sind Möglichkeiten das Naturschauspiel zu erkunden.

Dünenpanorama

Die Düne selbst ist ca. 2 km lang, ca. 600 m breit und erhebt sich an ihrem höchsten Punkt 42 m über NN (Normal Null). Teile der Düne wandern noch immer.

Das abschmelzende Eis der letzten Eiszeit bildete hier eine Endmoräne. Die abfließenden Wassermassen wuschen den Lehm aus dem Boden und es bleib nur der helle Sandboden übrig.


Durch spezifische Winde kam es zum Aufwerfen der Düne mit den hohen Dünenzügen und den flachen Flugsandfeldern. Heute ist die Düne teilweise aufgeforstet oder von Moosen, Flechten oder anspruchslosen Gräsern bedeckt.
In den vegetationsfreien Bereichen verlagert noch heute der Wind den Sand. 




Solitärgehölz


Schmölener Bracke

Vegetation





Donnerstag, 19. Mai 2016

Grambower Moor

...das Moor im Wandel der Jahreszeiten


Das Grambower Moor, ein Kleinod für Naturliebhaber, in der Nähe von Schwerin.
Obwohl ich in der Nähe aufgewachsen bin und in unmittelbarer Nachbarschaft des Moores wohne, war mir der Name zwar geläufig aber weiters war mir nicht bekannt.



Es brauchte erst meinen Fototick und die damit in Verbindung stehende Suche nach neuen Herausforderungen um mich etwas intensiver mit diesem Fleckchen Erde zu befassen.


Das Grambower Moor ist ein sogenanntes Niedermoor. Dazu ein kleiner geschichtlicher Abstecher - nach der Eiszeit bis vor ca. 9000 Jahren war  das Grambower Moor ein See. Während einer Wärmephase verlandete der See, im Laufe der Zeit stiegen die Verlandungsflächen über den Grundwasserspiegel und übrig blieben die beiden Moorseen.
Jetzt benannt in Großer und Kleiner Moorsee.


Zugang zum Großen Moorsee
Eingang ins Moor | Grambower Seite 
Weiteres darüber sollte man googlen. 
Es ist interessant, was dabei so alles ans Tageslicht kommt.







Als Hinterlassenschaften der früheren Bewirtschaftung des Moores und ein Relikt aus der guten alten DDR Zeit (und das meine ich nicht politisch!) werden die beiden Moorseen durch die Maschinenkuhlen ergänzt.
Somit besteht das Moor aus  den drei wesentlichen Abschnitte, die in ein ausgedehntes Waldgebiet, welches von Feldern umschlossen und von Wegen (gut und weniger gut zugänglich) durchzogen ist, eingebettet sind.

Den Großen Moorsee erreicht man von Grambow aus. Dort den Moorweg folgend immer in Richtung der Stallanlagen. An diesen besteht dann auch die Möglichkeit zu parken. Eine der beiden Alleen führt ins Moor. Hier handelt es sich um einen Rundweg, der mit einer "grünen Strichmarkierung" gekennzeichnet ist, deshalb ist es egal, welcher der beiden Wege ins Moor genutzt wird.

Großer Moorsee | im Mai
Der Kleine Moorsee ist von Groß Rogahn aus zu erreichen. Auch hier den Moorweg folgend immer in Richtung Wald den Hohlweg entlang. Vor dem Graben kann das Auto irgendwo abgestellt werden aber ACHTUNG!!, sollte es nass sein, wird der Untergrund ziemlich matschig. Wer sich unsicher ist, 
sollte am Dorfausgang das Auto abstellen und den Moorweg zu Fuß bis zum Wald gehen. Am Waldanfang führt nur ein Weg ins Moor. Diesen folgen und nach ca. 400 m zweigt links ein Weg ab. Dieser ist nicht zu übersehen, weil dort ein markanter Laubbaum steht, der nicht zu übersehen ist. Nach weiteren 300 m schimmert der Kleine Moorsee durch. Einen Weg ans Ufer gibt es nicht. Der Schwimmboden ist ziemlich wacklig und sollte deshalb nicht genutzt werden.

Kleiner Moorsee | im März
Die Maschinenkuhlen sind ein Rückzugs-und Brutgebiet für Kraniche. Der Weg dorthin wird deshalb nicht verraten!

Maschinenkuhle | im Mai


Frühling im Moor


Die Natur ist erwacht!
...was heißen soll, dass das wichtigste Utensil bei einem Gang ins Moor das Mückenspray ist. Es ist schon bemerkenswert, wie sich die Laute bei Annäherung an den Waldrand verändern. Die Stille ist plötzlich durch ein lautes, dauerhaften Summen unterbrochen. Viele dieser Plagegeister fallen über einen her und belagern alles nichtbedeckte am Körper.
ALSO - MÜCKENSCHUTZ!!!

...wenn man Glück hat, so ist es mir gestern beim Besuch der Maschinenkuhle passiert, trifft man auf unerschrockene Rehe - wir standen uns in einem Abstand von nur 20 m gegenüber, beäugten uns und das Reh hat sich dann für die Flucht entschieden.

Die ins Moor führenden Gleise sind von Gras und anderen Unkräutern bedeckt, die Gleise sind an einigen Stellen nur noch schwer zu erkennen.

Der Moorwald fängt an grün zu werden, die Nadelbäume, es sind vorwiegend Kiefern, tanzen im Wind und die Laubbäume, hier insbesondere Moorbirken, Eichen und Erlen bilden die ersten Blätter.
Neben dem lauten Summen der Mücken ist ab und an der Ruf der Kraniche zu hören. Es ist aber nicht auszumachen ob sie sich gerade am Großen Moorsee oder an den Maschinenkuhlen befinden.
Wer die Plätze nicht kennt wird kein Glück haben den Kranich in seinem Brutrevier zu erleben.



Die Maschinenkuhle ist fast wasserlos, die Trockenheit der letzten Tage ist deutlich sichtbar. Wasservögel o.ä. sind nicht sichtbar.

   

Die Ränder der ehemaligen Torfstiche sind mit Blaubeerbüschen bedeckt, Libellen sausen durch die Luft und hin und wieder sucht ein Moorfrosch Schutz und versteckt sich an der Fototasche.

..ein junger Moorfrosch


...fotografiert am kleinen Moorsee. Mein Ziel waren eigentlich Libellen, die aber mangels Sonne sich nicht zeigten. Da kam diese Abwechslung gerade recht.








Moorwanderung mit Walter Thiele!

....ein Kenner des Grambower Moores und Mitglied im Förderverein Grambower Moor e.V..
Mit Walter im Moor bedeutet - lange, unbekannte Wege, kurze Geschichten und so manchen Seitenhieb auf die politische Situation bezogen auf das Grambower Moor.
Der Tag war grau, Hochnebel lag über dem bereits verblühten Raps und es nieselte leicht. Von der Wanderung durch`s Moor habe ich in der regionalen Presse erfahren, 11 Weitere vermutlich auch. So waren wir an diesem Abend eine überschaubare Gruppe von 12 Personen. Los ging`s.





Walter Thiel vorneweg, rein ins Moor (..die Mücken warteten schon!) und den Großherzog-Damm entlang immer geradeaus. Irgendwann trifft man auf eine Schranke, der Weg geht eigentlich nach links in Richtung Großen Moorsee aber für uns immer weiter geradeaus. Durch hohes Gras, zertrampelt von den Jägern, und wilden Gebüschen sind wir zu den letzten Torfstichen gelaufen und irgendwann hat Walter Thiel den Weg verlassen. Immer quer durch das Moor vorbei an mit Wasser gefüllten Moorstichen, die bewachsen waren mit Sumpfcallas. Dazwischen vereinzelte Rohrkolben, die darauf hindeuten, dass hier  ein organischer Eintrag erfolgte und Nährstoffe vorhanden waren. Normalerweise hat das Moor einen pH-Wert von 4,5, viel zu sauer für Fische oder andere Vegetationen. Die Rohrkolben sind ein Hinweis darauf, dass hier die Kraniche brüten - Walter Thiel hatte ein Geheimnis verraten. Versteckt im dichten Moorwald lagen die Reste der alten Moorbahn, Gleise, das Untergestell einer Lore, etc..

Zivilmüll - nach der Wende wurde das Moor nicht mehr kommerziell genutzt, das Gelände wurde fluchtartig verlassen und alles bleib liegen. Die Natur erobert sich jetzt Stück für Stück das Besagte zurück.






Noch rechtzeitig vor dem Eintreten der Dämmerung war dann Schluss.
Für mich ein Erlebnis, was mir Wege im Moor zeigte, die ich noch nicht kannte und sicherlich noch einmal allein begehen werde.