Freitag, 26. August 2016

Nebel über den Sandsteinen

Spätsommer im Elbsandsteingebirge


Schon oft gehört und viel gesehen, bisher aber nur im TV oder auf einer DVD, der legendäre Nebel im Spätsommer übern den Sandsteingipfeln der Sächsischen Schweiz. 


Die Wetterprognose  für den 24.08.2016 war gut, ein sehr heißer Sommertag wurde voraus gesagt, der vorangegangene Tag war etwas kühler und die Nacht war sternenklar. 
Für mich hieß es deshalb - Wecker stellen auf 04.00 Uhr und ab in die Sächsische Schweiz, denn der Sonnenaufgang war nach meiner FotoApp 06.08 Uhr.


Ich war früher dran, was wohl daran gelegen hat, dass ich vor solchen Fotoaktionen immer etwas ungeduldig bin und es kaum erwarten kann. So meine Abfahrt aus dem noch im Tiefschlaf liegenden Pirna so, dass ich gegen 04.00 Uhr bereits vor Ort war. Schon auf dem Weg erschwerte der Nebel in den leuchtenden Strassenlaternen die Sicht, es war sozusagen angerichtet.

Zu dieser Stunde hatte ich die Bastei noch für mich, nur die Greifvögel in den Bäumen machten sich bemerkbar. Ich checkte die Lage, leider war die Aussichtsplattform des Basteifelsens gesperrt (soll daran liegen, dass der Sandstein so langsam sanierungsbedürftig ist) und nach guter alter deutscher Manier war tatsächlich ein Bauzaun aufgestellt und entsprechend verschlossen - kein Durchkommen. Der Nebel war auch so stark, dass ich zunächst nichts erkennen konnte. Einen anderen Aussichtspunkt hatte ich aber im Hinterkopf (vom Restaurant zur Basteibrücke gehend führt links vor der Brücke ein Weg zu einer weiteren Aussicht).

Kurz nach 05.00 Uhr ging die blaue Stunde zu Ende und die goldene Stunde machte sich mit einem rötlichen Streifen am Horizont bemerkbar. Es war Zeit für mich und die oben beschriebene Aussicht war die richtige Wahl. Immer noch war ich allein und vor mir die Sandsteinfelsen der Basteiregion , die Basteibrücke selbst und etwas weiter entfernt der Lilienstein im Nebel - Wahnsinn!!!!


Kaum hatte  ich mein Stativ positioniert kam ein tschechischer "Kollege" und ich war nicht mehr allein.
Zum Sonnenaufgang selbst waren ca. 10-15 Gleichgesinnte auf der kleinen Aussicht und es klickten die Verschlüsse, jeder war irgendwie mit sich beschäftigt und von diesem Naturschauspiel fasziniert. Das Zeitfenster war auch knapp, denn der Nebel wurde stärker und "unsere" Motive nicht mehr sichtbar.



Nun kam die Tugend der Fotografen - das Abwarten - ins Spiel! ....und tatsächlich, mit der weiter aufsteigenden Sonne wurde die Sicht besser, der Nebel blieb und tauchte die Felsen in ein magisches Licht.


Als der glühende Sonnenball in seinem vollen Umfang den Horizont überschritten hatte war dann Schluss.  Ein sehr gelungener Tagesanfang!! 



© www.tauchen-bath.de



Freitag, 5. August 2016

Schloßpark Ludwigslust

Es gibt so Sprüche, die die Welt nicht braucht.
Ein solcher lautet "Die Fotos macht nicht die Kamera sondern der Fotograf."
...und? Es stimmt!
Auf meinem Instagram Account habe ich in der Regel Fotos veröffentlicht, die ich mit meinem Handy mache, quasi fast ohne Vorbereitung aus der Hüfte heraus. Dabei können doch beeindruckende Momente eingefangen werden, denn das iPhone ist ja immer dabei und deshalb schnell zur Hand. Lightroom mobil auf dem Handy hilft dann, dass Rohmaterial etwas aufzuwerten. So ist schnell mal eine kleine Fotoserie erstellt, die gerade danach schreit veröffentlicht zu werden.
Hier scheint mir der richtige Platz dafür zu sein!

Schloßpark mit Schloß in Ludwigslust

In Ludwigslust, auch Lulu genannt, kann das Auto noch fast überall abgestellt werden. Die Wege sind kurz, sofern der Weg in Richtung "Zentrum" führt ist der historische Komplex mit dem Schloss, der Stadtkirche und dem Landschaftsgarten nicht zu übersehen. So eine erste Runde (zum Aufwärmen) dauert je nach Kondition ca. 1 Stunde.

Stadtkirche 
Meine Runde beginnt an der Stadtkirche.
Es ist ein eigenwilliger Bau, den man in dieser mecklenburgischen Landschaft nicht vermutet. Eine tempelartige Fassade erhebt sich am Ende der Hauptachse mit Blickpunkt vom Schloß. Wenn man Glück und Geduld hat, wird man Turmfalken kreisen oder einfach 
nur faul sitzen sehen.


Der Weg führt weiter an den kleinen Fachwerkhäusern vorbei in Richtung Residenzschloß. Nachdem die Bundesstraße B 321 überquert wurde erhebt sich ein kleiner Hain aus dem eintönigen Sand der griesen Gegend. Hier hat man am Ende des letzten Krieges 1945 einige der Toten, die im nahe gelegenen KZ Wöbbelin umgekommen sind, begraben.

Dem Spaziergänger wird nun auffallen, dass sich auf dem Platz "Am Bassin" nur noch die Reste der schönen Linden befinden. Hier hat man erst kürzlich den Baumbestand gerodet. Die Stadtväter wollen mi einem geförderten Projekt die Ursprünglichkeit des Platzes wieder herstellen. 

Residenzschloß
Vor einem kleinen Teich stehend erstrahlt das Residenzschloß, wenn man Glück hat in Fotografierwolken gehüllt. Das herzogliche Haus zu Mecklenburg ließ dieses Schloß von 1772-1779 erbauen. Hier auch wieder eigentümlich das verbaute Material, es handelt sich um Sandstein aus Pirna.

Der Weg weiter führt links oder rechts an der großen Kaskade vorbei, erbaut 1780 im Auftrag Herzog Friedrichs. 
In der Mitte der Kaskade, und damit die Hauptachse betonend, kauern neben dem mecklenburgischen Wappen zwei überlebensgroße Figuren, die die Flüsse Stör und Rögnitz, die durch den Kanal miteinander verbunden sind, darstellen sollen.


 

An der alten Wache vorbei geht es entlang der Schloßfreiheit in den Park. Die Gebäude links des Weges gehören zum ehemaligen Marschstall. Nach dem Abdanken der herzoglichen Familie wurden diese Gebäude "umfunktioniert". Heute genutzt vom Landesarchiv bzw. das hintere Gebäude ist immer noch ein Zeugnis der vergangenen sozialistischen Gesellschaft. 

Parklandschaft
Der Landschaftspark selbst kann ganz individuell erkundet werden. Es gibt viel zu entdecken. Verlaufen kann man sich auch bei der Größe von einigen Hektar Fläche nicht, irgendwie führen alle Wege auf die Hofdamenallee.
Von dort dann wieder zum Schloss und zum jeweiligen Ausgangspunkt der kleine Entdeckungstour.
Allen viel Spaß auf Ihrer eigenen kleinen Erlebnisrunde durch eine landschaftlich schöne Idylle.
Teichlandschaft

© karsten bath | www.tauchen-bath.de